Im Durchschnitt schnarchen rund 60 % der Männer und 40 % der Frauen. Je nach Ausprägung fühlen sich Betroffene am nächsten Tag müde und unausgeschlafen, was sich langfristig negativ auf die Gesundheit auswirken kann. Dies gilt in vielen Fällen nicht nur für den Betroffenen, sondern auch für den Partner. Beziehungen können unter lautem und regelmäßigem Schnarchen leiden. Etwa 10% der Bevölkerung leidet in dem Zusammenhang unter einer Schlafapnoe, bei der die Sauerstoffzufuhr während des Schlafens beeinträchtigt wird.

Die häufigste Ursache für ihr Schnarchen, vor allem bei Rückenschläfern, ist das Zurücksinken der Zunge in den Rachenraum, wodurch die Atemwege so eingeengt werden können, dass die Atemluft, vor allem beim Einatmen, nur noch schwer einströmen kann.
Die Schnarchschiene, auch Protrusionsschiene genannt, kann hier helfen.
Sie sorgt dafür sorgt, dass der Unterkiefer während des Schlafens in einer vorderen Position im Mund gehalten wird. Dadurch werden auch der Zungenmuskel und das Unterkiefergewebe nach vorne gebracht, die Rachenmuskulatur entspannt sich und die Atemwege werden freigehalten.
Eine Schnarchschiene besteht aus 2 Kunststoffschienen, die auf den Zähnen im Ober- und Unterkiefer sitzen, ähnlich einer herausnehmbaren Zahnspange. Sie sind so miteinander verbunden, dass der Unterkiefer nicht nach hinten weggleiten kann. Es gibt verschiedene Methoden beide Schienen miteinander zu verbinden.
Wichtig ist hierbei einerseits, dass beide Schienen bequem und spannungsfrei im Mund sitzen und nicht zu voluminös gestaltet sind, andererseits muss die ganze Konstruktion stabil genug sein, um den Kräften, die nachts auf sie einwirken, Stand zu halten.
Den höchsten Tragekomfort bieten Schnarchschienen, die in der Zahnarztpraxis aus einem Präzisions-Abdruck oder einem Laserscan Ihres Ober- und Unterkiefers im Zahnlabor durch ausgebildete Zahntechniker individuell für Sie angefertigt werden.
Die Erfolgsquote der Schnarchschiene liegt bei über 85 %.

In einer zahnärztlichen Untersuchung wird festgestellt, ob die medizinischen Voraussetzungen für das Tragen einer Schnarchschiene gegeben sind. Hierbei werden u.a. die Festigkeit der Zähne, die Beweglichkeit des Unterkiefers und die Kiefergelenke überprüft.
Die Kosten für eine Schnarchschiene werden teilweise von den Krankenkassen übernommen, wenn von einem Facharzt für Schlafmedizin eine Diagnose vorliegt und eine Verordnung für eine Schnarchschiene ausgestellt wird.